Plauen/Vogtland [0852X]

Breitengrad 51° 1′ 45″ N
Längengrad 13° 42′ 26″ O
Ort Plauen/Vogtland [0852X]
Kreis Kreisfreie Stadt
Bundesland/ Provinz Sachsen
Postleitzahl 0852X
Land BRD
Telefon 03741
 
Alternative Ortsangaben
Ort (Plauen/Vogtland [01187])
 

Erzählend

Ort - Plauen/Vogtland [0852X]

Plauen ist mit knapp 68.000 Einwohnern die größte Stadt des Vogtlandes. Die Stadt liegt im südwestlichen Teil des Freistaates Sachsen im Vogtland. Sie ist nach Leipzig, Dresden, Chemnitz und Zwickau die fünftgrößte Stadt sowie eines der sechs Oberzentren des Freistaates Sachsen und hat den Status einer kreisfreien Stadt.

Leitspruch der Stadt: Plauen - echt spitze.

Die nächsten größeren Städte in der Umgebung sind Zwickau, ca. 35 km nordöstlich und Gera, ca. 41 km nördlich von Plauen. Die Einwohnerzahl der Stadt Plauen überschritt 1904 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Plauen liegt im Tal und an den Uferhängen der Weißen Elster. Im Bereich der Einmündung der Syra in die Weiße Elster weitet sich das Tal zu einem Becken. Hier befindet sich das Stadtzentrum.

Die Höhe ü. NN reicht von 330 m[2] bis über 500 m. Höchster Berg ist mit 525 m[2] der bewaldete Culmberg im südlichen Stadtteil Oberlosa. „Hausberg“ von Plauen ist allerdings der 508 m[2] hohe Kemmler, welchen ein Bismarckturm krönt. Einen ausgezeichneten Überblick über die Stadt bekommt man ebenso vom Bärensteinturm (432 m) in der Nähe des Oberen Bahnhofes sowie vom zu besonderen Anlässen geöffneten Turm des Plauener Rathauses.

Das eher hügelige Umland von Plauen wird von Feldern bzw. Wiesen und Wäldern in etwa gleichem Verhältnis bedeckt. In kurzer Entfernung zur Stadt befinden sich die auch als Naherholungsgebiete genutzten beiden großen Talsperren Pöhl (nordöstlich) und Pirk (südlich).

Nachbargemeinden.
Die folgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Plauen (im Uhrzeigersinn, im Nordosten beginnend):

Pöhl, Neuensalz (Verwaltungsgemeinschaft Treuen), Theuma (Verwaltungsverband Jägerswald Bergen), Oelsnitz (Vogtland) (Verwaltungsgemeinschaft Oelsnitz), Weischlitz (Verwaltungsgemeinschaft Weischlitz), Leubnitz, Mehltheuer und Syrau (alle Verwaltungsverband Rosenbach) im Vogtlandkreis sowie die zum thüringischen Landkreis Greiz gehörende Gemeinde Vogtländisches Oberland.

Stadtgliederung.
Das Stadtgebiet Plauens ist in die fünf Stadtgebiete Zentrum, Nord, Ost, Süd und West eingeteilt. Jedes Stadtgebiet besteht aus bis zu zehn Stadtteilen. Die erst bei der jüngsten Eingemeindung 1996 bzw. 1999 nach Plauen eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der Paragraphen 65 bis 69 der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Plauen eingeführt und haben einen von der Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen fünf und neun Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher. In den Ortschaften wurde zum Teil auch eine eigene Ortschaftsverwaltung eingesetzt.

Die fünf Stadtgebiete mit ihren zugehörigen amtlichen Stadtteilen und deren Nummern:
Stadtgebiet Zentrum: Altstadt (01), Bahnhofsvorstadt (02), Dobenau (03), Neustadt (04), Obere Au (05), Schlossberg (06)
Stadtgebiet Nord: Hammerstorvorstadt (01), Haselbrunn (02), Preißelpöhl (03), Reißig (04), Reißiger Vorstadt (05), Reißigwald mit Lochhaus (06), Jößnitz¹ (07), Steinsdorf² (08), Röttis², Oberjößnitz², Kauschwitz¹ (09), Zwoschwitz (10)
Stadtgebiet Ost: Alt Chrieschwitz (01), Chrieschwitz (02), Großfriesen¹ (03), Kleinfriesen (04), Reusa mit Sorga (05), Reichenbacher Vorstadt (06), Tauschwitz (07)
Stadtgebiet Süd: Hofer Vorstadt (01), Meßbach (02), Oberlosa (03), Ostvorstadt (04), Reinsdorf (05), Stöckigt (06), Südvorstadt (07), Thiergarten (08), Unterlosa (09)
Stadtgebiet West: Bärenstein (01), Neundorfer Vorstadt (02), Siedlung Neundorf (03), Syratal (04), Neundorf¹ (05), Straßberg¹ (06)

¹ Ortschaft
² Ortschaft zusammen mit Jößnitz

Klima.
Die durchschnittliche Lufttemperatur in Plauen beträgt 7,5 °C, der jährliche Niederschlag 582 Millimeter.

Geschichte.

Anfänge.
Bereits um 900 siedelten Slawen auf dem heutigen Plauener Territorium. 1122 wurde Plauen erstmals urkundlich erwähnt als slawische Siedlung namens Vicus Plawe in der Weiheurkunde der St. Johanniskirche. „Plawe“ lässt sich von „plavna“ ableiten, was soviel wie „Niederung im Überschwemmungsgebiet“ bedeutet. Diese slawische Siedlung lag aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem als „Hradschin“ bezeichneten Berg, auf dem sich heute das Gefängnis befindet. Um 1224 erhielt die Siedlung das Stadtrecht, gleichzeitig wurde die Johanniskirche von Vogt Heinrich von Weida dem Deutschen Orden zugewiesen. Im Jahre 1244 wurde die Stadt erweitert und die Neustadt gegründet. Die älteste im Stadtarchiv verwahrte Originalurkunde trägt das Datum vom 25. Mai 1278 und wurde vom Notar Heinrich, dem ersten namentlich bekannten Schreiber der Kanzlei des Vogtes Heinrich I. von Plauen, geschrieben. In ihr überweist Konrad von Eberstein Kunigunde, der Gattin des Vogtes Heinrich von Plauen, das Dorf und die Hälfte des Forstes zu Straßberg als Eigenbesitz und gibt ihr das Recht, über diese Werte nach dem Tode ihres Gatten beliebig zu verfügen. Im Jahre 1329 erschien das erste Stadtsiegel, das sogenannte sigillum civium in plawe. Das alte Plauener Rathaus wurde 1382 erstmalig urkundlich erwähnt. 1430 wurde Plauen durch die Hussiten verwüstet. 1466 wurde das bis dato selbständige Plauen durch Herzog Albrecht besetzt und unter sächsische Herrschaft gestellt. 1521 begann auch in Plauen die Reformation. Bei einem Stadtbrand 1548 wurde die Stadt zum Großteil zerstört. 1569 wurde Plauen kursächsisch.

Entwicklung zur Hauptstadt des Vogtlandes.
Mitte des 16. Jahrhunderts verdrängte die Baumwollweberei zunehmend die Tuchmacherei und Zeugherstellung. Im Jahre 1602 wurde Plauen die Hauptstadt des „Voigtländischen Kreißes“. In den 30er Jahren hielt in Plauen die Pest Einzug[3]. Die Hälfte der Bevölkerung starb.

In den Jahren 1656 bis 1718 befand sich die Stadt im Besitz der Nebenlinie Sachsen-Zeitz. 1697 begann die Sächsische Fahrpost, die von Dresden über Plauen nach Nürnberg fuhr.
Die erste zentralisierte Manufaktur wurde 1701 errichtet und 1848 entstand die Eisenbahnstrecke nach Hof. 1858 wurde die erste Stickmaschine aufgestellt. Zwei Jahre später bekam die Stadt ein Krankenhaus.

Plauen - die Geburtsstadt des sächsischen Turnwesens.
Große Bedeutung für das politische Leben und die revolutionären Bestrebungen in Plauen hatte die Turnbewegung, die von Otto Leonhard Heubner, der zu den fortschrittlichsten und revolutionärsten Bürgern der Stadt gehörte, ins Leben gerufen wurde. Heubner, der am 17. Januar 1812 in Plauen geboren wurde, gründete bereits 1833, also in der Zeit, in der die Turnerei von der Reaktion verboten war, am Schlossberg in Plauen den ersten Turngarten und 1840 die allgemeine städtische Turnanstalt. Sehr schnell verbreitete sich die Turnbewegung von Plauen aus zuerst über das Vogtland und dann über ganz Sachsen. 1842, auf dem ersten vogtländischen Turnfest in Plauen, rief Heubner vor der versammelten vogtländischen Turnerschaft begeistert zum Kampf für ein freies, demokratisches und geeintes Deutschland auf. Bereits 1845 nahmen die Turner aktiv am politischen Leben Sachsens teil und halfen, die demokratischen Ideen zu verbreiten. Sie griffen auch den Gedanken der Volksbewaffnung auf, verwirklichten ihn im Rahmen der Möglichkeiten und waren dann 1849 im Kampf gegen die Konterrevolution einige der mutigsten und tapfersten Kämpfer des Volkes.

Industrialisierung.
Ab den 1880er Jahren bewirkte die industrielle Herstellung von Tüll- und Ätzspitze einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt.
1881 wurde die erste Stickmaschine gebaut. Die Plauener Spitze wurde um die Jahrhundertwende weltweit bekannt und entwickelte sich zum Motor der Entwicklung Plauens. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 gewann sie den Grand Prix und ist noch heute national und international gefragt.

Im Jahre 1894 erfolgte die Inbetriebnahme der Plauener Straßenbahn. 1899 begann der Rotationsmaschinenbau in der damaligen Vogtländischen Maschinenfabrik AG.

1904 überschritt die Einwohnerzahl die 100.000-Grenze und machte Plauen damit zur Großstadt. 1905 wurde das Syratal-Viadukt eingeweiht, eine Steinbogenbrücke mit der größten Spannweite Europas. 1907 wurde Plauen eine kreisfreie Stadt. 1912/13 begann eine lang anhaltende Krise in der Textilindustrie.

Erster Weltkrieg und Folgejahre
Während des Ersten Weltkriegs starben in Plauen rund 3.000 Menschen an den Folgen des Krieges. Ungefähr 1.700 Plauener wurden zu Kriegsgefangenen. In den Nachkriegsjahren herrschten Not und Elend in der Stadt. Viele Frauen und Kinder starben an Unterernährung und mangelnder Hygiene sowie schlechter Unterstützung durch den Staat.

Im Jahre 1923 hielt in Plauen die Inflation Einzug. Die Bevölkerungszahl blieb trotz der allgemeinen Krise stabil.

Nationalsozialismus in Plauen.
Im Oktober 1921 wurde in Plauen eine der ersten Ortsgruppen der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei außerhalb Bayerns gegründet. Auch die Hitler-Jugend hatte sich in Plauen rasch organisiert, genauer in der Karolastraße. Der Plauener Kurt Gruber war der erste Reichsführer der Hitlerjugend. Plauen wurde laut Eintrag im Landratsamt zum 1. Januar 1929 Sitzgemeinschaft der „Hitler-Jugend-Bewegung e. V.“; damit ging die Leitung der Hitler-Jugend Deutschlands auf Plauen über. Mit der Unterstellung der HJ unter die SA wurde der Hauptsitz 1931 von Plauen nach München verlegt. Plauens Bedeutung wurde damit auf ein Großgau „zurückgestuft“.

Des Weiteren befand sich zwischen 1924 und 1933 der Sitz der Gauleitung der NSDAP in Plauen und man verlieh als eine der ersten deutschen Städte Adolf Hitler und Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerwürde.

Zweiter Weltkrieg.
Während des Zweiten Weltkrieges blieb Plauen lange Zeit von Angriffen verschont, wurde aber gegen Ende des Krieges umso mehr zerstört. Am 12. September 1944 ereignete sich der erste große Luftangriff der US-Airforce auf Plauen. Im März und April 1945 kam es dann zu häufigen Luftangriffen der USAAF sowie der Royal Air Force.

Den folgenreichsten und letzten der insgesamt 14 Luftangriffe erlebte die Stadt am 10. April 1945. Allein in dieser Nacht fielen den Angriffen der britischen Bomber etwa 900 Menschen zum Opfer. Die 1.965 Tonnen abgeworfenen Sprengstoffs zerstörten in dieser Nacht 164 Hektar des Stadtgebietes.

Alle Luftangriffe forderten in Plauen mindestens 2.340 Menschenleben.

Ziele der Luftangriffe waren der Obere Bahnhof, wobei hier die komplette Bahnhofsvorstadt völlig zerstört wurde, sowie – im Hauptaugenmerk – die Infrastruktur und die Industrieanlagen der VOMAG. Doch zwischen den geplanten Abwurfzielen und den tatsächlich getroffenen Flächen gab es mitunter große Abweichungen. Diese Feststellung begründet sich vorwiegend darauf, dass der Zerstörungsgrad 80 % auf Kulturstätten betrug, 78 % auf Wohnraum, 70 % auf Betriebsgebäude, 55 % auf Verwaltungseinrichtungen und 48 % auf das Verkehrsnetz. Ebenfalls wurden 91 % (150 km Rohrleitungen) des Gasnetzes zerstört und ca. 200 km des Wassernetzes außer Betrieb gesetzt.

Die städtischen Versorgungsnetze kamen durch die Angriffe vollständig zum Erliegen. Es entstanden Reparaturkosten von 4,5 Millionen Reichsmark am Versorgungsnetz.

Ebenso kam das städtische Verkehrsnetz vollständig zum Erliegen. Es fuhren weder Straßenbahnen, noch Automobile oder Eisenbahnen.

Durch die Angriffe wurden ca. 75 % der Stadt zerstört. Im Stadtzentrum zählte man 12.600 Bombentrichter. Plauen war damit eine der meist zerstörten Städte der gesamten späteren sowjetischen Besatzungszone (mehr als z. B. Dresden mit ca. 60 %). Einzig Halberstadt (ca. 82 %) und Dessau (ca. 80 %) wurden noch schwerer zerstört. Die westdeutsche Stadt Worms hatte mit einem Verwüstungsgrad von 90 % das schwerste Erbe des Krieges in Deutschland zu bewältigen.

 

Plauen unter der russischen Besatzung.

Zwangsverwaltung 1946.
Schreiben des OB 1946.
Enteignung 1949.

Wie auch alle anderen Gebiete, die unter die sowjetische Militäradministration SMAD fielen, traf ebenso Plauen und die dort ansässigen Unternehmen das „Vor-DDR“ und nachkriegsostdeutsch-spezifische Schicksal. Neben allgemein bekannten Umständen existieren die Stadt und deren damalige Bevölkerung betreffende dokumentierte Exempel, die all zuschnell vergessen und in den neueren Geschichtsschreibungen der Stadt auch nie wirklich objektiv hinterfragt oder beschrieben wurden. Die von 1945-1949 vollzogenen - zumeist mit der Erklärung „Kriegsgewinnler“ begründeten - Enteignungen entbehrten zumeist jeglicher wirklich legitimierten Grundlage. Argumentationen zur Begründung von Enteignungen wurden abwicklungsbezogen mitunter auch ad absurdum geführt und verursachten in ihrer Folge persönliche Tragödien unvorstellbaren Ausmaßes. Ein in großen Teilen dunkles Kapitel der Geschichte, das bis heute nicht endgültig aufgearbeitet ist. →Auszüge/Dokumentation nebenstehend.

Plauen in der DDR.
Nach dem Krieg fand 1955 das erste „Plauener Spitzenfest“ statt, das bis heute jährlich einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt ist.

Von Plauen gingen 1989 maßgebliche Impulse zur Einleitung der friedlichen Revolution in der DDR aus, die 1990 zur Deutschen Wiedervereinigung führten. Plauen war eine der ersten Städte der DDR, in denen Demonstrationen gegen das SED-Regime stattfanden. Angefangen am 7. Oktober 1989 bis weit in den März 1990 hinein fanden in der Stadt insgesamt 22 Kundgebungen und Demonstrationen mit teilweise bis zu 25.000 Menschen statt.

„Plauen war die erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte; sie war die einzige, in der der ostdeutsche Umbruch von Anfang an eine Sache der Massen war.“ (John Connelly)

Plauen unterlag auf Grund der unmittelbaren Grenznähe zum Bundesland Bayern – aber auch zu Tschechien - stets einem besonderen Einfluss. Als industrielle Metropole im südlichsten Sachsen hatte Plauen stets eine maßgebende Stellung. Nach 1949 trafen Plauen als grenznahe Kreisstadt, die zu Vor-DDR-Zeiten eine verkehrs- und handelstechnisch sehr gut ausgebaute Permanentanbindung zu den bayrischen Gebieten besaß, fast Bedingungen und Schicksale, die dem nachkriegsdeutschen Berlin gleichzusetzen wären (s.a. Teilung von vogtländischen Orten im unmittelbaren Grenzgebiet). Auch dies sind sicherlich die Ursachen und Beweggründe, welche zu den so schnellen und intensiven Bewegungen im Herbst des Jahres 1989 in Plauen führten - aber sicherlich ebenso das unmittelbar aufbrechende Empfinden von Scham und Zorn ob der vierzigjährigen Ohnmacht und letztlich der Stolz auf die Heimatstadt und deren wegweisende Historie in früheren Jahrhunderten.

Plauen heute.
1993 wurde die e.o.-Plauen-Gesellschaft e. V. gegründet und 1997 fand der Tag der Sachsen in Plauen statt. Im Jahre 2001 erfolgte ein kompletter Umbau der Innenstadt sowie der Bau des Einkaufszentrums „Stadtgalerie“. 2002 wurde der erste Preis für das „integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (Insek) vergeben und 2003 wurde die Stadt Landessieger im Wettbewerb „Kommune des Jahres“.

Zur Zeit wehrt sich Plauen intensiv gegen Pläne des sächsischen Innenministeriums, der Stadt im Zuge der Kreisgebietsreform den Status einer kreisfreien Stadt zu nehmen, den sie seit 1907 besitzt. Für den Erhalt der Kreisfreiheit schlagen die Stadt Plauen und der Vogtlandkreis ein Kooperationsmodell, den sog. „Vogtländischen Weg“, vor, bei dem jede behördliche Einrichtung nur noch von jeweils einer der beiden Gebietskörperschaft vorgehalten wird. Die Sächsische Staatsregierung lehnt dieses Ansinnen ab. Der Sächsische Landtag verabschiedete das Kreisgebietsneugliederungsgesetz im Januar 2008, worauf die Verwaltungsspitze ankündigte, Verfassungklage einzureichen.

Am 22. April 2008 entschied der Sächsische Verfassungsgerichtshof gegen die seitens der Stadt Plauen beantragte einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Kreisgebietsreform. Damit wird Plauen zum 1. August 2008, als dessen zukünftige Kreisstadt, wieder in den Vogtlandkreis eingegliedert.

 

Stadtentwicklung.

Eingemeindungen.
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Plauen eingemeindet:
1899: Haselbrunn.
1900: Chrieschwitz.
1903: Kleinfriesen, Reusa, Sorga und Tauschwitz.
1939: Reißig.
1949: Reinsdorf.
1950: Oberlosa, Stöckigt, Thiergarten und Unterlosa.
1994: Meßbach.
1996: Großfriesen.
1999: Jößnitz (mit Steinsdorf), Neundorf, Straßberg und Kauschwitz (mit Zwoschwitz).

Einwohnerentwicklung.
Die Einwohnerzahl der Stadt Plauen überschritt 1904 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1912 erreichte die Bevölkerungszahl mit 129.000 ihren historischen Höchststand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt und Plauen lag nun im Grenzgebiet. Unter anderem dadurch nahm die Einwohnerzahl stark ab, so dass sie heute weit von der Großstadtgrenze entfernt ist.
Am 30. Juni 2006 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Plauen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 68.576 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Religionen.
Die Stadt Plauen gehörte anfangs zum Bistum Zeitz/Bistum Naumburg und war Sitz eines Archidiakonats. Seit 1524 wurde durch Raute und Eulner in Plauen und bis 1529 im gesamten sächsischen Vogtland die Reformation eingeführt. Danach war Plauen über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt und wurde Sitz einer Superintendentur, die auch nach dem Übergang an das Kurfürstentum Sachsen beibehalten wurde. 1893 wurde die bis dahin bestehende einzige protestantische Gemeinde der Stadt, die St. Johannis-Gemeinde, in fünf eigenständige Kirchengemeinden geteilt. Sie alle gehören heute zum inzwischen als Kirchenbezirk Plauen bezeichneten Verwaltungsbezirk innerhalb der Region Zwickau der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Dies führte zur Gründung der Pfarrgemeinde Herz-Jesu, die im Jahre 1901 ihre Kirche erbauen konnte. Anfangs gehörten die Katholiken der Stadt wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Plauen wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Plauens gehörten.

Plauen besaß bis zur Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 auch eine Synagoge, die nach ihrer Zerstörung nicht wieder aufgebaut wurde. Heute gibt es somit kein jüdisches Gotteshaus mehr.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es hier auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Apostolische Gemeinde, Neuapostolische Kirche, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche und eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten (Adventisten).

 

Politik.

Stadtrat und Bürgermeister.
An der Spitze der Stadt stand im 13. Jahrhundert wohl ein Kollegium unter einem „officiatus“. Ab 1329 sind Bürgermeister und Ratsherren nachweisbar. Es gab einen „sitzenden“ und einen „ruhenden“ Rat. In den folgenden Jahrhunderten wechselten sich die Ratsherren und die Bürgermeister mehrmals ab. Auch die Zahl der Bürgermeister und Ratsherren variierte mehrmals. Seit 1882 tragen die Stadtoberhäupter den Titel „Oberbürgermeister“ und der erste besoldete Stadtrat den Titel „Bürgermeister“.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungsmacht den Rat der Stadt bzw. die Stadtverordnetenversammlung, die vom Volk gewählt wurde. Der erste sowjetische Stadtkommandant in Plauen war Oberstleutnant Komarow.

Nach dem Beitritt der DDR zur BRD wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender des Stadtrats. Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.

Bei der letzten Wahl zum Stadtrat am 13. Juni 2004 (Wahlbeteiligung 36,05 %) wurde die CDU mit 33,34 % der abgegebenen Stimmen stärkste Fraktion, gefolgt von PDS (inzwischen „Die Linke“) mit 28,42 %, SPD mit 15,28 %, FDP mit 13,05 % und Bündnis 90 / Die Grünen mit 4,45 %. Mit 3,88 % der Stimmen wurde außerdem die DSU in den Stadtrat gewählt. Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung: CDU 17 Sitze, PDS 14 Sitze, SPD 7 Sitze, FDP 5 Sitze. Grüne und DSU erhielten jeweils 2 Sitze. Inzwischen ist ein Mitglied der PDS-Fraktion aus der Partei ausgetreten und sitzt als parteiloses Mitglied im Stadtrat.

Der derzeitige Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer wurde bei den Wahlen zum Oberbürgermeister am 24. Juni 2007 mit einer überwältigenden Mehrheit von 87,1% in seinem Amt bestätigt.

 

Jugendparlament.
Am 13. Oktober 2005 wurde das erste Jugendparlament Plauen (JUPP) durch Plauener Schüler und Schülerinnen gewählt und umfasste 30 Abgeordnete aus den weiterführenden Schulen Plauens. Rund 4800 Plauener Schüler wählten am 4. April 2007 das zweite Jugendparlament, welches zurzeit aus 17 Abgeordneten besteht. Das Jugendparlament ist derzeit am Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ im Förderbereich Plauen/Vogtland maßgeblich beteiligt, indem es unter anderem die Mitglieder des in Plauen zuständigen Begleitausschusses gewählt hat und dort auch einen Vertreter hin entsendet.

Stadtfarben und Wappen.
Das älteste Siegel von 1329 - Abbildung an einer Hauswand in der Bahnhofstraße.

Das Wappen der Stadt Plauen geht zurück auf das Siegel, welches erstmalig 1329 erwähnt wurde. Es zeigt ein Stück Mauer mit gotischem Torbogen. Rechts und links davon zwei Türme, mit je zwei übereinander liegenden spitzbogigen Fensteröffnungen und je drei Zinnen über die ein kegelförmiger Turmhelm ragt. Mauer und Türme sind silbern ausgeführt. Über dem Tor befindet sich das Wappen der Vögte: Ein nach rechts (im heraldischen Sinne) steigender ungekrönter goldener Löwe auf schwarzem Grund, dessen Schweif in mehrere Teilschweife ausläuft. Dem Herzschild aufgesetzt ist ein goldener Stechhelm, welcher mit 8 Pfauenfedern geschmückt ist - links (hinten) 4 glatte Federn und rechts (vorn) 4 gespiegelte. Das gesamte Bild wurde auf einen roten Schild gestellt, da nach den alten sächsischen Bestimmungen, Gemeinden ein rundes Siegel, Städte aber ein Wappen führen. Die heutige Form des Stadtwappens führt Plauen seit dem 12. Januar 1939.

Seit 1899 musste Plauen die "Hausfarben" der Wettiner führen, die Stadtfarben waren daher oben gold (gelb) und unten blau. Der Plauener Stadtarchivar Dr. Ernst Pietsch beschäftigte sich 1926 bis 1939 intensiv mit dem Plauener Stadtwappen und mit den Stadtfarben. Am 12. Januar 1939 wurden die Farben schließlich (wieder) an die Wappenfarben angepasst, da ein altes Gesetz der Wappenkunst die Farben des Wappens so liest, dass sie in die entsprechende Fahne, oben die Farbe des Wappenbildes, unten die des Feldes setzt. Deshalb erscheint die Stadtflagge jetzt oben gold (gelb) und unten schwarz (belegt mit dem Wappen).

Städtepartnerschaften.
Plauen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Aš (Tschechien), seit 1962.
Steyr (Österreich), seit 1970.
Hof (Bayern), seit 1987.
Siegen (Nordrhein-Westfalen), seit 1990.
Cegled (Ungarn), seit 2005.
Pabianice (Polen), seit 2006.

Eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Lens wurde 2005 aufgelöst. Der Ortsteil Jößnitz pflegt eine separate Partnerschaft mit der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach.

 

Wirtschaft und Infrastruktur.

Verkehr.

Öffentlicher Verkehr.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen fünf Straßenbahnlinien und vier Stadtbuslinien der Plauener Straßenbahn GmbH sowie die Regionalbuslinien des Plauener Omnibusbetriebes und anderer Verkehrsbetriebe.

Durch Plauen führen wichtige Bahnlinien:
Nürnberg–Hof–Plauen–Dresden.
sowie Cheb–Bad Brambach–Plauen, welche über Reichenbach, als auch über Gera verkehren kann. Bei der Route über Reichenbach wird auch ein Stück der Sachsenmagistrale benutzt, welche über den Oberen Bahnhof führt.

Über Gera und Greiz verkehrt die Elstertalbahn die durch den Unteren Bahnhof in Plauen führt und in Weischlitz in die Bahnstrecke Plauen-Eger einmündet.

Der Obere Bahnhof.
Plauen verfügt über folgende Bahnhöfe:
Oberer Bahnhof.
Unterer Bahnhof.
Westbahnhof.
Haltepunkt Jößnitz.
Haltepunkt Straßberg.
Haltepunkt Zellwolle (Leuchtsmühlenweg).

An den letzten vier genannten Haltepunkten hält lediglich die Vogtlandbahn. Der Haltepunkt Chrieschwitz wurde im Jahr 2006 wegen Sicherheitsmängeln an einer Gleisbrücke bis auf unbestimmte Zeit geschlossen. Seit Juni 2001 war Plauen eine Station im ICE-Streckennetz der Deutschen Bahn. Da die ICE-Strecke Nürnberg-Dresden nicht durchgängig elektrifiziert war, kam hier der dieselbetriebene ICE TD zum Einsatz, welcher auch auf der kurvenreichen Strecke durch die Neigetechnik seine Vorteile unter Beweis stellen sollte. Nach häufigeren Pannen wurde der ICE TD bereits im Dezember 2002 wieder aus dem Fahrplanbetrieb gestrichen. Trotzdem wurde eine Zuggarnitur des elektrisch betriebenen Bruders des ICE TD, dem ICE T im Nachgang auf den Namen Plauen/Vogtland getauft. Die Taufe fand allerdings wegen der fehlenden Oberleitungen in Reichenbach (Vogtland) statt. Übergangsweise verkehrten dann lokbespannte IC-Züge bzw. in IC-Farben umlackierte Triebwagen der Baureihe 612 als InterCity´s. Seit Dezember 2006 verkehrt auf dieser Strecke der Franken-Sachsen-Express welcher im Auftrag der DB von der DB Regio betrieben wird. Da diese Züge zu Nahverkehrstarifen genutzt werden können, kann darüber hinweggesehen werden, dass auch hier die für solche langen Strecken eher unüblichen und relativ unkomfortablen 612´er eingesetzt werden.

Stadtverkehr.
Die Stadt Plauen verfügt über ein Straßenbahnnetz mit 5 Linien, sowie 4 Stadtbuslinien. Auf diesen Linien verkehren 30 Tatra-Straßenbahnzüge und 5 Niederflurbusse[2]. Dabei befindet sich im Stadtzentrum die Zentralhaltestelle "Tunnel", welche von allen Linien angefahren wird. Die Haltestelle Tunnel verfügt über 6 Gleise, welche in Dreiecksform angeordnet sind.
Linie 1: Neundorf–Plamag–Neundorf.
Linie 2: seit 2007 außer Betrieb.
Linie 3: Neundorf–Waldfrieden–Neundorf.
Linie 4: Reusa–Preißelpöhl–Reusa.
Linie 5: Oberer Bahnhof–Südvorstadt–Oberer Bahnhof.
Linie 6: Waldfrieden–Plamag–Waldfrieden.

2007 kam es zur Einführung von drei neuen Stadtbuslinien und zur Umstrukturierung der bereits bestehenden Linie A.
Linie A: Tunnel–Wartberg (Waldfrieden) und zurück.
Linie B: Tunnel–Ostvorstadt und zurück.
Linie C: Tunnel–Unterer Bahnhof und zurück (diese Linie ersetzt die ehemalige Straßenbahnlinie 2).
Linie D: Tunnel–Stadtpark und zurück.

Ab 20:30 verkehren fünf Nachtbuslinien, welche die tagsüber verkehrenden Straßenbahn- und Buslinien ersetzen.
Linie N1: Tunnel–Plamag und zurück.
Linie N2: Tunnel–Neundorf und zurück.
Linie N3: Tunnel–Reusa–Waldfrieden–Tunnel.
Linie N4: Tunnel–Preißelpöhl und zurück.
Linie N5: Tunnel–Ostvorstadt–Südvorstadt–Tunnel.

Des weiteren verkehrt die sogenannte Linie 11, das Anruf-Sammel-Taxi im Raum Neundorf. Sonn- und Feiertags ersetzt das Anruf-Linien-Taxi zwischen 05:00 und 08:00 Uhr den Straßenbahnverkehr.

Straße.
Durch das südöstliche Stadtgebiet Plauens führt die A 72 Hof–Chemnitz, an welche die Stadt durch die Anschlussstellen Pirk, Plauen-Süd und Plauen-Ost angebunden ist. Von der A 72 führt am Dreieck Hochfranken die A 93 in Richtung Süden nach Regensburg. Die A 9 München-Berlin erreicht man von Plauen nach ca. 35 km über die A 72 in westlicher Richtung am Dreieck Bayerisches Vogtland. Die A 4 Dresden–Eisenach erreicht man nach ca. 80 km auf der A 72 in östlicher Richtung.

Durch die Stadt führen die Bundesstraßen B 92 und B 173. Die B 173 verbindet Plauen direkt mit den Nachbarstädten Zwickau und Hof, während die B 92 direkt mit Gera und der tschechischen Grenze verbunden ist.

Flughafen.
Plauen ist auch durch den Regionalflughafen Hof-Plauen angebunden, der sich etwa 40 km entfernt in dem südöstlich an Hof angrenzenden Stadtteil Pirk befindet. Der nächste Flughafen mit internationalen Linienverbindungen ist der rund 80 km entfernt liegende Leipzig-Altenburg Airport.

Bedeutende ansässige Unternehmen.
Zu den größeren Plauener Unternehmen gehören der Omnibushersteller „NEOPLAN Omnibus GmbH Plauen“ sowie die „MAN Roland Druckmaschinen AG“, die früher als „Plamag“ bekannt war. Internationales Ansehen erlangte Plauen durch seine Plauener Spitze (vertrieben durch „Modespitze Plauen GmbH“), aber auch Druckerzeugnisse der „sachsendruck GmbH“ sind weltweit zu finden. Seit 1948 ist die Wema (heute „Werkzeugmaschinenfabrik VOGTLAND GmbH“) in Plauen ansässig, die Produktion umfasst ein breites Spektrum des Maschinenbaus. Zur „Brau Holding International AG“ gehört die „Sternquell-Brauerei GmbH Plauen“, sie betreibt eine moderne Abfüllanlage sowie eine Brauerei in der Stadt. Vorwiegend für den amerikanischen Markt produziert die „Narva Speziallampen GmbH Plauen“. Allerdings ist die wohl bekannteste Firma Plauens die „Plauener Gardine GmbH & Co.“

Medien.
In Plauen erscheinen als Tageszeitungen der „Vogtland-Anzeiger“ und eine Lokalausgabe der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse.
Jeden Mittwoch erscheint die kostenlose Lokalzeitung „Wochenspiegel“ und jeden Sonntag die ebenfalls kostenlose Lokalzeitung „Sonntags Blick“
Das kostenlose Lifestyle-Magazin „port01 City-Flash“ wird monatlich publiziert.
Der ebenfalls kostenlose „VoKuS“ („Vogtland-Kultur-Spiegel“) mit allen wichtigen kulturellen Terminen für Plauen und das Vogtland erscheint monatlich.
Außerdem wird in Plauen ein Teil des Vogtland-Regional-Fernsehens (VRF) produziert.
Der regionale Radiosender VogtlandRadio hat seinen Sitz in Plauen-Haselbrunn. Er produziert ein eigenes und unabhängiges 24-stündiges Hörfunkprogramm für das gesamte Vogtland in Ostthüringen, Sachsen und Oberfranken.
In den Kolonnaden sendete bis vor ein paar Jahren Radio Euroherz.
Der Radiosender MDR 1 Radio Sachsen hat ein Regionalstudio in Plauen.

Bildung.
Die Stadt bietet das komplette Angebot an allgemeinbildenden Schulen, darunter zwölf Grundschulen, fünf Mittelschulen und zwei Gymnasien. Ferner gibt es drei Berufsschulen.

Die DIPLOMA Fachhochschule Plauen und die Berufsakademie Plauen bieten Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Gesundheitswesen an.

Die Fachschule für Wirtschaft der Gothaer Bildungsgesellschaft Gobi bildet den Staatlich geprüften Betriebswirt mit Zusatzausbildung zum Erwerb der Fachhochschulreife aus (Vollzeit/Teilzeit).

Ab September 2008 wird in Plauen eine Außenstelle der Universität Pilsen eingerichtet. Vorerst soll der Studiengang Grafikdesign angeboten werden.

 

Kultur.

Theater.
Das Vogtland-Theater.
Das Theater Plauen-Zwickau bietet Musiktheater, Schauspiel, Orchester, Ballett und Puppentheater. Am 1. April 1896 beschloss der Theaterverein den Bau eines Theatergebäudes nach den Plänen von Rossbach. Die Gesamtkosten betrugen 325.000 Mark, wovon die Stadt Plauen 100.000 Mark beisteuerte. Am 24. Juni 1897 wurde der Grundstein gelegt. Am 1. Oktober 1898 fand die Eröffnung und Weihe des Stadttheaters statt. Nach der Jubel-Ouvertüre von Carl Maria von Weber hielt der Theaterdirektor Staack eine Laudatio. Anschließend fand mit der Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller die erste Aufführung statt. Am 3. Oktober 1899 wurde die erste Oper (Der Freischütz) aufgeführt. In der Zeit des Nationalsozialismus bestimmten „heldische“ Themen das Programm. Mit Faust, Wilhelm Tell Wallenstein, Die Nibelungen etc. wurde das Theater als „wichtiges Mittel der Propaganda des Kriegs- und Siegeswillens des Volkes" benutzt. Ein geplanter Neubau des Theatergebäudes nach Plänen des Architekten Paul Baumgarten kam auf Grund fehlender finanzieller Mittel nicht zur Umsetzung. Stattdessen wurde eine zwei Monate dauernde Umgestaltung vorgenommen, bei der viele Stuckarbeiten im Zuschauerraum entfernt wurden. Die Wiedereröffnung fand am 3. Juli 1939 mit dem Lustspiel Die heimliche Brautfahrt statt. 1944 wurde das Theater geschlossen. Am 10. April 1945 wurde das Theatergebäude durch einen alliierten Bombenangriff beschädigt. Nach Ende des Krieges setzte der sowjetische Stadtkommandant Oberstleutnant Kamarow den Termin für den Wiederaufbau für den 15. Oktober 1945 fest. Der Stadtarchitekt wurde Anfang August beauftragt zu überprüfen, ob ein Wiederaufbau innerhalb von drei Monaten möglich wäre. Er stellte fest, dass die Bausubstanz äußerlich zu ca. 40 % und innen zu ca. 80–90 % zerstört war. Nur durch den freiwilligen Einsatz der Mitarbeiter der am Aufbau beteiligten Firmen am Wochenende und in der Freizeit konnte der vorgegebene Termin eingehalten werden. Als eines der ersten Theater Deutschlands wurde am 15. Oktober 1945 das Theater wieder eröffnet. Im Dezember 1991 wurde das Theater Plauen in Vogtland-Theater Plauen umbenannt, um die Verbindung zum Umland zu verdeutlichen. Ab Januar 1995 war das Vogtland-Theater Plauen ein Eigenbetrieb der Stadt Plauen. Im Jahr 2000 fusionierte das Theater aus wirtschaftlichen Gründen mit dem Theater der Stadt Zwickau zum Theater Plauen-Zwickau. Seit einigen Jahren werden auch Freilichtaufführungen im Parktheater Plauen inszeniert.
Die Singakademie Plauen e. V. ist ein gemischter Erwachsenenchor, der eng mit dem Theaterorchester verbunden ist. 1948 wurde die Singgemeinschaft gegründet. Später wurde sie in Konzertchor umbenannt, ehe 1972 der jetzige Verein von Musikdirektor Eckehard Rösler gegründet wurde. Die Singakademie unterstützt das Musiktheater z. B. als zusätzlicher Opernchor, bringt aber auch Motetten, Volkslieder und Chorsinfonik zu Gehör.
Das Parktheater Plauen wurde 1964 eröffnet. Es befindet sich inmitten des Plauener Stadtparkes und stellt die einzige Freilichtbühne im Dreiländereck Sachsen-Thüringen-Bayern dar. Es finden sowohl Aufführungen des Theaters Plauen-Zwickau als auch Konzerte von Künstlern verschiedener Musikrichtungen statt. Auch Auftritte von Comedians sind fester Bestandteil des Programms. Früher fanden auch die Hauptveranstaltungen zum Plauener Spitzenfest auf dem Gelände des Parktheaters statt.

Museen.
Das Vogtlandmuseum Plauen in der Nobelstraße
Das Vogtlandmuseum Plauen befindet sich in drei denkmalgeschützten ehemaligen Wohn- und Geschäftshäusern in der Nobelstraße. Das Museum verfügt über Sammlungen zur Geschichte des Vogtlandes und der Stadt Plauen. Dabei gibt es sowohl Exponate zur Ur- und Frühgeschichte als auch zur Kunst- und Kulturgeschichte. Das Doppelhaus Nummer 9 und 11 wurde 1787 bis 1789 vom Baumwollwarenhändler Johann Gottfried Baumgärtel im Louis-seize- und im Empirestil errichtet. Besonders ist der Festsaal hervorzuheben. Er nimmt in der ersten Etage die gesamte Gebäudebreite ein. In zwölf hohen Rechtecken entlang der Wand werden die zwölf Monate in naturalistischen Stuckreliefs dargestellt. Das Haus Nummer 13 ließ der Baumwollwarenhändler Johann Christian Kanz zwischen 1797 und1799 im Empirestil errichten. 1920 erwarb die Stadt die Häuser und richtete ein stadt- und regionalgeschichtliches Museum ein. Im Juli 1923 wurde das Vogtländische Kreismuseum in den Häusern Nummer 9 und 11 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde durch einen Bombentreffer ein Gartenflügel zerstört. Am 17. November 1946 konnte das Museum nach umfangreichen Reparaturarbeiten mit einer Ausstellung zu Ehren von Erich Knauf wieder eröffnet werden. Nach dem Krieg wurde des Museum um das Haus Nummer 13 erweitert. Das Vogtlandmuseum Plauen betreut zwei Außenstellen, eine auf dem jüdischen Friedhof an der Pausaer Straße mit einer Ausstellung zur Geschichte der Juden in Plauen in der ehemaligen Feierhalle und eine im Hermann-Vogel-Haus in Krebes mit einer Ausstellung zu Leben und Werk des Zeichners und Illustrators Hermann Vogel in seinem ehemaligen Wohnhaus.
Im Plauener Spitzenmuseum im Alten Rathaus wird seit 1884 die Geschichte der Plauener Spitze dargestellt. Es werden sowohl alte Maschinen zur Spitzenproduktion als auch Exponate aus Spitze (Kleider, Decken und Accessoires) gezeigt. Das Spitzenmuseum ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.
In der Schaustickerei Plauener Spitze im Stadtteil Reusa wird die Entwicklung der Spitzenindustrie in Plauen gezeigt. Dazu wurden historische Maschinen in einem Fabrikantenwohnhaus mit angrenzendem eingeschossigem Fabrikgebäude installiert. An Groß- und Kleinstickmaschinen werden Schauvorführungen gezeigt. Außerdem kann ein Atelier besichtigt werden. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen runden das Angebot ab.
Das Alaunbergwerk Ewiges Leben wird vom Vogtländischen Bergknappenverein zu Plauen e. V. betrieben. Auf einer begehbaren Länge von ca. 650 Metern kann man unter sachkundiger Führung die Gänge des Alaunbergwerkes erkunden. Dabei können verschiedene Ausstellungen besichtigt werden.
Der Verein betreibt außerdem das Luftschutzmuseum Plauen am Schlossberg und den Zollkeller an der Neundorfer Straße.
Mechanisches Museum.
Plauener Druckstube.

Galerien.
Skulptur der E. O. Plauen-Figuren „Vater und Sohn“ vor der Galerie e. o .plauen in der Bahnhofstraße
Die städtische Galerie e. o. plauen wurde am 1. Oktober 1993 eröffnet. In einer Partnerschaft sanierten die Stadt Plauen, die Partnerstadt Siegen, das Land Nordrhein-Westfalen und die Salamander AG das Haus in der Bahnhofstraße 36. Der Stadt Plauen wurden die ersten beiden Etagen für 25 Jahre mietfrei überlassen, um eine städtische Galerie einzurichten. Seit dem 11. Juni 2004 befindet sich ein Teil des Nachlasses von e. o. plauen in Plauen, welcher in einer Dauerausstellung gezeigt wird.
Die Galerie im Malzhaus wird vom Kunstverein Plauen-Vogtland e. V. betrieben. Sie wurde im September 1995 eröffnet und bietet Raum für Ausstellungen verschiedener Art, aber auch für Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen. Der Kunstverein Plauen-Vogtland e. V. wurde 1990 gegründet und nahm damit die Tradition des 1897 gegründeten Kunstvereins wieder auf, die durch die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR unterbrochen war.
Die Galerie Forum K befindet sich in der Bahnhofstraße und wird vom Forum Kunst/Plauen e. V. betrieben. Der 2004 gegründete Verein organisiert auch die Ausstellungsreihe art Afrika, bei der zeitgenössische afrikanische Kunst gezeigt wird.

Weitere Kultureinrichtungen:
Festhalle Plauen.
Malzhaus.
Alte Kaffeerösterei.
Vogtlandstadion.

Sportvereine.
Das Vereinsleben in Plauen ist ausgeprägt, es existiert eine Vielzahl von Sportvereinen in verschiedenen Sportarten. Im Stadtsportbund sind 82 Vereine mit 9.395 Mitgliedern organisiert (Stand 2007).

So z.B. der AC Atlas Plauen der in der Bundesliga der Gewichtheber aktiv ist., die Basketballer von Homesquad Plauen, die in der Basketball-Oberliga Sachsen spielen, der Leichtathletik und Triathlon Verein (LATV) Plauen, der VFC Plauen aus der Fußball-Oberliga Nordost-Süd und der Vogtländische Radsport Verein (VRV) Plauen, der auf mehrere Landesmeistertitel verweisen kann.

Regelmäßige Veranstaltungen
Plauen feiert jährlich drei große Stadtfeste. Im Frühling beginnend mit dem Plauener Frühling. Im Juni das Plauener Spitzenfest, welches in einem großen Feuerwerk gipfelt. Im Frühherbst findet schließlich der Plauener Herbst statt.
Im September das Brauereifest der Sternquell-Brauerei
In der Adventszeit findet auf dem Altmarkt der Weihnachtsmarkt statt.

 

Sehenswürdigkeiten.

Altes Rathaus.
Die Kunstuhr im Giebel des Alten Rathauses
Das Alte Rathaus wurde im Jahr 1382 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, da aber bereits 1329 Bürgermeister und geschworene Bürger belegt sind, wurde es wahrscheinlich früher errichtet. Das Rathaus wurde mehrmals umgebaut. 1503 bis 1508 wurde ein spätgotisches Gebäude errichtet, welches mit Vorhangbogenfenstern ausgestattet war. Beim Stadtbrand von 1548 wurde auch das Rathaus schwer beschädigt, wobei der Nordflügel mit dem Bürgersaal erhalten blieb, der Südgiebel jedoch abbrannte. Der Wiederaufbau wurde noch im gleichen Jahr begonnen, wobei auf den spätgotischen Unterbau der heute noch bestehende Renaissancegiebel aufgesetzt wurde. Bei einem weiteren Umbau wurde 1825 der obere Teil des Erkers über dem Treppenaufgang entfernt. 1912 wurde im Zuge des Neubaus des neuen Rathauses auch das alte Rathaus noch einmal umgebaut, wobei die Doppelfreitreppe gebaut wurde, die zum Festsaal des Standesamtes führt. Die Kunstuhr im Giebel wurde vom Hofer Meister Georg Puhkaw ebenfalls 1548 angebracht. Die heutige Uhr ist jedoch eine originalgetreue Nachbildung (das originale Räderwerk kann im Vogtlandmuseum besichtigt werden). „Zwei Löwen schlagen die Viertelstunden an, zwei Männer bewegen sich beim Stundenschlag. Der eine hebt bei jedem Schlag seinen rechten Arm, dessen Hand einen Stab hält. Der andere ruft die Stunde aus, was sich dadurch andeutet, dass sein großer Bart sich so auf und nieder bewegt, als ob er den Mund öffne. Die Uhr besitzt zwei Ziffernblätter, von denen das größere für den Stunden- und das kleinere für den Minutenzeiger bestimmt ist. Zwischen den Löwen dreht sich eine Kugel, die die Mondphase anzeigt. Unter den Zifferblättern befindet sich eine Sonnenuhr. Die Wappentafel unter der Sonnenuhr mit Kurschild und dem herzoglich-sächsischen Wappen im linken Feld, dem kursächsischen Gesamtwappen im mittleren und gotischen Maßwerk im rechten Feld war ursprünglich dem 1825 abgebrochenen Teil des ehemaligen Treppenerkers eingefügt“ (Dr. Ernst Pietsch).

König-Albert-Brunnen auf dem Altmarkt: Der König thront wieder vor dem alten Rathaus.
Der Altmarkt hieß bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts nur Markt, den jetzigen Namen erhielt er zu dieser Zeit, um ihn vom neu angelegten Klostermarkt unterscheiden zu können. Auf dem Altmarkt standen früher zwei Röhrenkästen der städtischen Wasserleitung, die aus ausgehöhlten Baumstämmen errichtet worden war. Hier fanden die Wochen- und Jahrmärkte statt und hin und wieder auch eine Hinrichtung. In den letzten Jahren wurden die angrenzenden Häuser saniert bzw. wieder aufgebaut. Auch der Marktplatz selbst wurde erneuert und seit dem 13. November 2007 steht der König-Albert-Brunnen des Künstlers Norbert Marten auf dem Markt. Er wurde als Ersatz für ein Reiterstandbild König Alberts errichtet, das nach dem Krieg entfernt wurde. Auf dem Altmarkt finden neben dem Wochenmarkt auch verschiedene Themenmärkte statt. Außerdem wird er für verschiedene Veranstaltungen genutzt, so zum Beispiel das Plauener Spitzenfest oder der Weihnachtsmarkt.

Der Bärensteinturm.
Der heutige Bärensteinturm wurde am 6. Juli 1997 zum Tag der Sachsen eingeweiht. Den Namen hat der Turm vom Berg, auf dem er steht. Der Bärenstein ist mit 432 Meter der zweithöchste Berg Plauens. Bereits früher stand einmal ein Turm an dieser Stelle. Im Februar 1906 hatte der Gemeinnützige Verein beschlossen, einen Aussichtsturm auf dem Bärenstein zu errichten. Der Verein hatte schon seit 1884 Fußwege auf dem Berg angelegt und Bäume gepflanzt. Bereits am 17. Juni 1906 konnte der neu errichtete Turm eingeweiht werden. Am 16. Januar 1945 wurde der steinerne Turm bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, so dass man im März des selben Jahres beschloss, die Überreste zu sprengen. Im Jahr 1995 wurde vom Rotary Club Plauen eine Initiative zum Bau eines neuen Turmes gestartet. Dazu wurde im gleichen Jahr ein Architekturwettbewerb ausgerufen an dem sich 15 Architekten und Ingenieurbüros beteiligten. Am 2. Oktober 1996 wurde der Grundstein gelegt und am 17. Juni 1997 konnte Richtfest gefeiert werden. Der neue Turm besteht aus einer Stahlkonstruktion aus vorgefertigten Einzelsegmenten. Bis zur Spitze hat er eine Höhe von 35,00 Metern und auf einer Höhe von 24,30 Metern befindet sich eine begehbare Plattform. Der Turm wurde größtenteils aus Spenden finanziert. Die Namen der Spender sind auf einer Tafel im Inneren des Turmes und auf den einzelnen Treppenstufen festgehalten.

Der Kemmler mit Bismarcksäule.
Mit 507 Metern ist der Kemmler die höchste Erhebung von Plauen. Auf dem erloschenen Vulkan befindet sich eine Bismarcksäule. Am 5. März 1899 schaltete der Alldeutsche Verband eine Anzeige in der Zeitung, in der er den Bau einer Bismarcksäule anregte. Am 25. Mai des selben Jahres bildete sich ein Bismarckturm-Ausschuss. Nach der Begehung mehrerer Bergkuppen wurde eine Abstimmung über den Bauplatz durchgeführt. Mit 41 zu 35 Stimmen fiel die Wahl am 13. Mai 1900 schließlich auf den Kemmler. Der Baugrund wurde von der Stadt Plauen kostenlos zur Verfügung gestellt. Bereits 1883 war auf dem Kemmler ein Aussichtsturm von der Bergschlossgesellschaft errichtet worden, der dem Neubau weichen musste. Das Material des alten Turmes wurde teilweise für den Neubau wieder verwendet. Am 1. April 1902 fand die Grundsteinlegung statt und bereits am 31. August des selben Jahres konnte die Einweihung gefeiert werden. Der Entwurf des 18,25 Meter hohen Turmes stammte vom Architekten Wilhelm Kreis und trug den Namen Götterdämmerung. Das Außenmaterial ist Granit aus einem Steinbruch in Schreiersgrün, das innere Mauerwerk besteht dagegen aus Fruchtschiefer aus Theuma und Tirpersdorf. Auf 13 Meter Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, die über 65 Stein- und 13 Eisenstufen erreicht werden kann. Die Gesamtkosten betrugen 31.000 Mark und wurden ausschließlich durch Spenden aufgebracht. Später wurde eine Feuerschale angebracht, die zwischen 1972 und 1973 durch ein Schutzdach mit Antennenmast ersetzt wurde. Die Grundsanierung des Turmes scheiterte zweimal (1994 und 2002) an den zu hohen Kosten. Bei einer Notsanierung wurde 1995 die Antennenanlage wieder entfernt. Am 26. März 1910 wurde neben dem Turm ein Unterkunftshaus errichtet, welches nach 1945 wieder abgerissen wurde.

Auf dem Gelände des heutigen Malzhauses errichteten die Grafen von Everstein um 1200 eine Burg, die die südöstlichste Ecke der Stadtbefestigung darstellte. Nachdem die Weidaer Vögte die Nachfolge der Eversteiner antraten, bezogen diese 1238 das neue Schloss auf dem Hradschin. Das alte Schloss, wie die Eversteiner Anlage seitdem genannt wurde, verlor an Bedeutung. 1430 brannte es bei einem Hussiten-Angriff aus. Nachdem der Besitz mehrfach gewechselt hatte, erwarb der Magistrat der Stadt 1590 das Gelände und nutzte es als Bau- und Abstellhof. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1635 wurde das niedergebrannte Haus nicht wieder aufgebaut. Erst im Jahre 1720 begann die Plauener Bürgerschaft mit Planungen zum Neubau eines Malzhauses auf den Grundmauern der alten Burg. Zwischen 1727 und 1730 wurde das Malzhaus in seiner heutigen Form mit vier Etagen errichtet und an häufig wechselnde Mälzer verpachtet. 1844 wurde neben dem Malzhaus ein Brauhaus errichtet. Dieses stellte den Ersatzbau für das beim Stadtbrand des selben Jahres niedergebrannte Herrenbrauhaus dar, das sich an der Stelle des heutigen Rathausturmes befand. 1897 wurden Brauerei und Mälzerei eingestellt und das Malzhaus in ein Lager- und Wohnhaus umgewandelt. 1899 wollte die Stadt das Malzhaus abreißen, was durch Heimatvereine und Plauener Bürger verhindert wurde. Zwischen 1906 und 1907 wurde das alte Brauhaus abgerissen und das Werkstatt- und Wohngebäude errichtet, welches heute noch mit seinem Fachwerkgiebel auffällt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Kellerräume als Luftschutzkeller genutzt; am Ende des Krieges wurden die Dachgeschosse durch Bombentreffer beschädigt. 1960 wurde das Malzhaus notdürftig repariert, nachdem es vom VEB Gebäudewirtschaft übernommen worden war. Anschließend wurde es als Lagerraum für verschiedene DDR-Betriebe benutzt. Im Oktober 1989 wurde eine Bürgerinitiative zur Sanierung des Malzhauses gegründet. Zwischen 1990 und 1998 wurden Brau- und Malzhaus durch die Stadt Plauen aufwändig rekonstruiert. In dieser Zeit wurde auch ein moderner Verbindungstrakt mit Fahrstuhl zwischen beiden Häusern errichtet. Seit 1994 ist der Malzhaus e. V. Pächter des Anwesens, der es zu einem Kulturzentrum mit Galerie, Nostalgiekino und Open-Air-Bühne ausbaute. Im Malzhaus findet alljährlich der Plauener Folkherbst statt, bei dem der Eiserne Eversteiner vergeben wird.

Das Neue Rathaus wurde 1912 bis 1922 erbaut. Da die Stadt seit den 1880er Jahren sprunghaft gewachsen war, wurden auch die Verwaltungsaufgaben immer größer. Daher wurde ein neues Verwaltungsgebäude benötigt. Im Jahr des Baubeginns erreichte Plauen seine höchste Einwohnerzahl von 128.014. Da der Neubau großzügig ausgeführt werden sollte, wurden in den Jahren zwischen 1889 und 1906 mehrere Gebäude in der damaligen Schustergasse (nicht mehr existierende Parallelstraße zum Unteren Graben), der Marktstraße, der Herrenstraße und der damaligen Bahnstraße aufgekauft und abgebrochen. Nachdem ein Architektenwettbewerb 1908 keine befriedigenden Lösungen brachte, erhielt 1910 das Stadtbauamt den Auftrag, einen Plan auszuarbeiten. Schließlich legte Stadtbaurat Wilhelm Goette einen Entwurf vor, der auch Ideen des Wettbewerbes berücksichtigte. Nachdem der Rat und die Stadtverordneten zugestimmt hatten, begannen im Oktober 1912 die Ausschachtungsarbeiten für den Neubau. Die Grundsteinlegung fand dann ein Jahr später statt und bis zum Sommer 1914 wurde der erste Abschnitt im Rohbau fertig gestellt. Im Herbst 1916 konnten, trotz des Krieges die Außenarbeiten abgeschlossen werden. 1921 wurden die acht Läden in der Marktstraße bezogen und im gleichen Jahr tagten die Stadtverordneten das erste Mal in den neuen Sitzungssälen. 1922 wurde das Neue Rathaus endgültig fertig gestellt. Auf der Seite zum Altmarkt wurde eine Freitreppe an der Ostseite des Altbaus angebracht. Am oberen Ende steht ein Standbild von Heinrich dem Älteren von Plauen, das 1923 nach einem Entwurf des Dresdener Bildhauers Selmar Werner in Muschelkalkstein ausgeführt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus stark zerstört. Die Frontseite (zum Unteren Graben) wurde in modernen Formen unter Verwendung von Stahl und Glas wieder errichtet und 1976 eingeweiht. Es gibt Überlegungen, die Fassade wieder zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Da bisher keine Möglichkeit der Finanzierung gefunden wurde, liegt dieses Projekt vorerst auf Eis.

Der Nonnenturm wurde wahrscheinlich um 1200 errichtet und 1382 erstmals urkundlich erwähnt als Turm in der Nonnengasse. Den Namen Nonnenturm, der erstmals 1563 in einer Urkunde auftauchte, hat er von einem Kloster der Schwestern der dritten Regel zur Buße des heiligen Dominikus, das sich bis zur Reformation in der Nähe befand, obwohl es sich bei den Mitgliedern dieses Ordens streng genommen nicht um Nonnen handelte. Der Turm ist der einzige erhaltene Eckturm der alten Stadtbefestigung. Er bildete die nördliche Grenze der Altstadt und erschien früher wesentlich gewaltiger, da er mit seiner Bastion bis in die Talsohle der Syra reichte. Somit hatte er früher eine Höhe von ca. 30 Metern, da die heutige Straße ca. 10 Meter über dem Bachbett liegt. 1962 wurde die Bastion im Zuge der Straßenerweiterung abgetragen. Nach der Wende wurde die Gegend um den Turm neu bebaut, seitdem befindet sich darin ein Café.

Das Weisbachsche Haus wurde nach dem Fabrikanten Carl Wilhelm Weisbach (in manchen Quellen auch Weißbach) benannt. Erbaut wurde es in den Jahren 1777 bis 1778 von dem Nürnberger Kattundruckerei-Unternehmer Johann August Neumeister als Wohn- und Fabrikationsgebäude für 24.000 Taler im spätbarocken Stil. Er war in den 1750er Jahren von mehreren Plauener Baumwollwarenhändlern angeworben worden, um die Kattundruckerei in Plauen zu etablieren. Bis dahin mussten die Kattune zum Bedrucken nach Augsburg oder Nürnberg gebracht werden. Im Jahre 1794 zog Neumeister nach Zwickau und der Kaufmann Ernst Wilhelm Conrad Gössel übernahm das Gebäude. 1810 erweiterte er die Fabrik und die Baumwollspinnerei, die mittlerweile gebaut worden war, indem er an die vorhandenen Gebäude anbaute. 1814 stellte er 20 Webmaschinen auf, die „durch mechanische Kunst“ betrieben wurden. 1834 pachtete der Chemnitzer Fabrikant Carl Wilhelm Weisbach die Spinnerei und ließ vor 1858 in der Bleichstraße 12 eine Dampfmaschinenanlage installieren, die später auch die Zwirnerei über Transmission betrieb. In den Jahren 1850 bis 1900 ging der gesamte Komplex Bleichstraße 1-13 an die Unternehmerfamilie Weisbach über. *Pfortengässchen.
Schloss Jößnitz.
Schloss Reusa.
Schlossruine am Hradschin.
Stadtpark.
Syratal mit Syratalbrücke.
Weberhäuser an der Elster.

Kirchen.
Die St. Johanniskirche, (gewidmet dem Täufer Johannes) wurde 1122 auf Befehl Kaiser Heinrichs V. vom Naumburger Bischof Dietrich geweiht. Die Weiheurkunde ist auch die erste urkundliche Erwähnung der Stadt. Der Bau geht auf den Grafen Adalbert von Everstein zurück, der die Kirche unweit seiner Burg (dem heutigen Malzhaus) errichten ließ. Um 1230 wurde die ursprünglich römische Basilika zu einer dreischiffigen Basilika mit Querschiff erweitert. Nach einem verheerenden Stadtbrand 1548 musste das Kirchenschiff neu errichtet werden. Deshalb wurde sie zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Um 1644 erfolgte der Anbau der beiden Turmhauben. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem der Südturm und der Dachstuhl beschädigt wurden, erfolgte der Wiederaufbau von 1951 bis 1959. Nach der Wende erfolgte noch einmal eine umfassende Sanierung. Neben der Johanniskirche befindet sich der Komturhof des Deutschen Ordens, der zur Zeit wieder aufgebaut wird.

Die Lutherkirche ist die zweitälteste Kirche Plauens. Die Grundsteinlegung erfolgte am 24. August 1693. Die Weihe fand am 10. Dezember 1722 statt. Direkt neben der Kirche lag der 1548 angelegte Friedhof (Gottesacker), weshalb sie lange Zeit den Namen Gottesackerkirche trug. Zum 400. Geburtstag des Reformators Martin Luther erhielt die Kirche 1883 den Namen Lutherkirche. Die Kirche wurde als Friedhofskirche benutzt, ehe sie am 8. April 1893 mit Gründung der Luther-Gemeinde zur Gemeindekirche wurde. Im Inneren befindet sich ein spätgotischer Flügelaltar eines Erfurter Meisters (entstanden um 1495), der lange Zeit in der Thomaskirche zu Leipzig stand.

Die Markuskirche wurde im neobyzantinischen Stil errichtet und befindet sich im Stadtteil Haselbrunn. Am 22. April 1911 fand die Grundsteinlegung statt. Die Kirche wurde auf dem Morgenberg errichtet, der dazu teilweise abgetragen wurde. Am 18. März 1912 wurde Richtfest gefeiert und am 7. Dezember 1912 wurde sie Kirche geweiht. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche nahezu unbeschädigt. Aufgrund der abnehmenden Gemeindegliederzahl wurde in den Jahren 1963 bis 1975 eine Zwischendecke eingezogen, wodurch ein oberer Kirchsaal und im Erdgeschoss eine Winterkirche entstand. Im Frühjahr 1989 gründete sich in der Kirche die Arbeitsgruppe Umdenken durch Nachdenken, deren Mitglieder als Wegbereiter der friedlichen Wende in Plauen im Herbst des Jahres gesehen werden können. In den letzten Jahren wurde der obere Kirchsaal aufwändig saniert, wobei nach Denkmalschutzauflagen die alte Bemalung wieder freigelegt wurde.

Die Pauluskirche.
Der Grundstein der Pauluskirche wurde am 17. Juni 1895 gelegt. Sie entstand als dritte Kirche der schnell wachsenden Stadt Plauen. Bereits am 26. August 1896 wurde Richtfest gefeiert und am 29. November 1897 die Kirche geweiht. Nachdem die Kirche in der Bahnhofsvorstadt den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden hatte, wurde sie doch noch beim vorletzten (dem dreizehnten) Luftangriff am 10.April 1945 stark beschädigt. Turmspitze und Dachstuhl des Kirchenschiffes wurden zerstört, ebenso sämtliche Fenster und die Orgel. Im Jahre 1946 begann der Wiederaufbau und erst 1957 konnte die Kirche zum zweiten Mal geweiht werden. Nach langem Ringen wurde 1993 der Grundstein für die Versöhnungskirche im Stadtteil Chrieschwitzer Hang gelegt. Am 20. März 1994 wurde die Kirche geweiht. Im großen Fenster des Kirchenraumes wurde eine Steinplatte vom Ölberg in Jerusalem eingelassen. Die Kirche besteht aus zwei eigenständigen, konstrastierenden Baukörpern. Sie ist überwiegend aus massiven Stahlbeton gebaut und mit Betonwerkstein verkleidet. Die Kirche gehört zur Michaelisgemeinde, die auch in Reusa noch ein Gemeindezentrum unterhält.
Evangelisch-methodistische Erlöserkirche.
Dorfkirche Jößnitz.
Katholische Herz-Jesu-Kirche.
Kapelle Kauschwitz.
Evangelisch-lutherische Kirche Oberlosa.
Dorfkirche Steinsdorf.

Brücken.
Plauen hat, was Brücken betrifft einige Superlative zu bieten. Zum einen befindet sich hier die größte Steinbogenbrücke der Welt, zum anderen steht in Plauen die älteste Brücke Sachsens und an der Grenze zu Jocketa befindet sich die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt.

Die Alte Elsterbrücke wurde 1244 als Pons lapideus (steinerne Brücke) erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist sie die älteste Brücke Sachsens. Hier trafen zwei der ältesten Handelsstraßen aufeinander und überquerten gemeinsam die Weiße Elster. Die eine Straße kam aus Nürnberg und die andere aus Augsburg. Sie führten nach der Brücke weiter nach Thüringen bzw. nach Osten. Die Brücke gehörte zur alten Stadtbefestigung Plauens und überquert mit einer Länge von 75 Metern und einer Breite von sieben Metern die Elster und den Mühlgraben. Die Brücke besteht aus sechs steinernen Bögen und besaß früher zwei Turmaufbauten an den Enden. Um 1630 wurden diese Brückentürme jedoch abgerissen. 1888 wurde die Brücke nach einem Umbau, bei dem sie mit Stahlverstrebungen verstärkt wurde, neu geweiht und erhielt dabei den Namen König-Albert-Brücke. Am 15.November 1894 wurde die Straßenbahnstrecke, die zunächst eingleisig über die Brücke führte, eröffnet. Ab 28. November 1903 fuhr die Straßenbahn zweigleisig. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurde die Südseite der Brücke durch einen Bombentreffer stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde sie wieder aufgebaut und in Dr.-Wilhelm-Kültz-Brücke umbenannt. Nachdem der Straßenbahnverkehr drastisch zugenommen hatte, wurde in den 1970er Jahren eine neue Brücke über die Elster errichtet, die im November 1973 für den Verkehr freigegeben wurde. Nach der Rekonstruktion 1984 wurde sie nur noch als Fußgängerbrücke freigegeben. 1986 wurde die Nachbildung einer Postmeilensäule am südlichen Ende der Brücke aufgestellt, die an die Bedeutung der Brücke für den Handel erinnern soll. Zwischen 2006 und 2007 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, die mit der Weihe am 15. August 2007 abgeschlossen wurden.

Die Elstertalbrücke ist nach der Göltzschtalbrücke die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt. Sie befindet sich an der Stadtgrenze Plauens zwischen dem Ortsteil Jößnitz und Jocketa. Die Brücke wurde wie ihre große Schwester im Zuge des Eisenbahnbaus für die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn errichtet. Der Grundstein für die 279 Meter lange und 68 Meter hohe Brücke wurde am 7. November 1846 gelegt. Mehrere Hundert Arbeiter waren während der Bauarbeiten beschäftigt, bei denen über zwölf Millionen Ziegel verbaut wurden, ehe die Brücke am 15. Juli 1851 eröffnet wurde. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, am 16. April 1945, wurde der mittlere Pfeiler von deutschen Wehrmachtssoldaten gesprengt. Nach dem Krieg wurde ein provisorischer Stahlpfeiler eingebaut und die Strecke konnte ab 4. Februar 1946 wieder befahren werden. Bis Oktober 1950 wurde die Brücke komplett wiederhergestellt. Die Elstertalbrücke überquert, wie der Name sagt, das Elstertal, in dem neben der Weißen Elster die Elstertalbahn verkehrt und besitzt zwei Etagen. Die untere Etage besteht aus fünf Pfeilern und zwei großen Bogen, die obere Etage aus neun Pfeilern und sechs großen Bogen. Vier Pfeiler sind zu zwei Doppelpfeilern verbunden. Während auf der oberen Etage der Zugverkehr zwischen Reichenbach und Plauen rollt, befindet sich auf der ersten Etage ein Fußgängerübergang, der in das Wanderwegenetz integriert ist. Am Fuße der Brücke befindet sich der Bahnhof Barthmühle.

Das Syratalviadukt oder die Friedensbrücke ist mit 90 Metern Spannweite die größte Bruchsteinbogenbrücke der Welt. Die Brücke hat eine Länge von 133 , eine Breite von 18 und eine Höhe von 18 Metern. Sie überspannt die Syra und eine Gemeindestraße, während über die Brücke die Bundesstraße 92 führt. Nachdem es bereits seit den 1870er Jahren Planungen für den Bau einer Brücke über das Syratal gab, wurde 1901 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, in dessen Verlauf 23 Entwürfe eingingen. Die Firma Liebold & Co. setzte sich mit einer Steinbogenbrücke durch, die anfangs noch drei Bögen vorsah. Um den Verkehr in Tal nicht zu beeinträchtigen, wurde der Entwurf noch einmal überarbeitet, so dass nur noch ein Bogen vorhanden war. Am 26. März 1903 begannen schließlich die Schachtarbeiten für die Widerlager. Zwischen dem 1. August und dem 28. September 1903 wurde das Lehrgerüst für den Hauptbogen errichtet und am 15. Oktober des selben Jahres wurde mit der Aufmauerung des Bogens begonnen. Diese Arbeiten wurden am 26. November abgeschlossen. 1904 wurde mit dem Bau des Nebenbogens begonnen, ebenso mit den Stirn- und Flügelmauern und der Treppenanlage. 1905 wurden die Geländer montiert und das Lehrgerüst entfernt. Am 24. August 1905 wurde die Brücke im Beisein des Königs Friedrich August III. auf seinen Namen geweiht. Gleichzeitig wurde die über die Brücke führende Straßenbahnlinie eröffnet. In den Jahren zwischen 1907 und 1938 wurden mehrmals Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Die Instandsetzung ab 1946 wurde durch die knappen Mittel an Baustoffen stark behindert, doch 1949 konnten die Bauarbeiten an der Brücke schließlich beendet werden. Beim Wiederaufbau wurden allerdings die Straßenbahnschienen abgebaut. 1984 und zwischen 2001 und 2004 wurde die Brücke saniert. Nachdem die Brücke am 7. November 1945 in Friedrich-Ebert-Brücke umbenannt worden war, wurde sie am 29. November 1973 in Friedensbrücke umbenannt. Diesen Namen trägt sie auch heute noch.

Einige Brücken über die Weiße Elster (stromabwärts):
Dürerbrücke.
Gösselbrücke.
Schwarzer Steg.
Neue Elsterbrücke.
Alte Elsterbrücke.
Stresemannbrücke.
Hammerbrücke.
Friesenbrücke.
Elstertalbrücke.

Persönlichkeiten.
Plauen ist die Heimatstadt von Erich Ohser, der als „e. o. plauen“ mit seinen Vater-und-Sohn-Bildergeschichten berühmt geworden ist.
Erich Ohser ist allerdings nicht in Plauen, sondern in Untergettengrün/Vogtland geboren.

Söhne und Töchter der Stadt.
Die nachfolgenden Persönlichkeiten sind in Plauen geboren. Sie hatten und haben ihren späteren Wirkungskreis jedoch außerhalb von Plauen:
Heinrich von Plauen, (* um 1370 im Vogtland, Dez.1429 gest.), Hochmeister des Deutschen Ordens von 1410-1413. Standbild am Alten Rathaus.
Paul Dolscius, (1526-1589) Mediziner, Pädagoge und Dichter.
Georg Samuel Dörffel (1643–1688), Theologe und Astronom.
Johann Paul Oettel (1699–1771), Theologe und Chronist.
Johann Gottfried Biedermann (19.8.1705 in Plauen - + 11.7.1766 in Untersteinach), Pfarrer und Genealoge. Erstellte in einen mehrbändigen Werk die Genealogie des fränkischen Adels. Erschienen zwischen 1745 und 1752
Eduard Friedrich Pöppig (1798–1868), Zoologe, Botaniker und Forschungsreisender.
Arwed Roßbach (1844–1902), Architekt in Leipzig.
Hermann Vogel (1854–1921), Illustrator.
Hermann Baum (1864–1932), Veterinäranatom und ehemaliger Rektor der Universität Leipzig.
Rudolf Friedrichs (1892–1947), Ministerpräsident von Sachsen 1945-1947.
Kurt Helbig, (1901–1975), Olympiasieger im Gewichtheben.
Martin Kessel (1901-1990), Schriftsteller.
Friedrich Hielscher (1902-1990), Religionsphilosoph, Publizist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Emmy Dörfel (1908-2002), Krankenschwester.
Gustav Julius Werner Hartenstein (1908–1943), Marineoffizier, bekannt im Zusammenhang mit dem Laconia-Befehl.
Herbert Major (* 1910), Pädagoge, Autor und Heimatforscher.
Johannes Petzold (1912–1985), Lehrer, Kirchenmusiker, Komponist („Die Nacht ist vorgedrungen“).
Horst Scherbaum (1925–1996), Fußballspieler und Trainer, Kapitän beim ersten Länderspiel der DDR-Nationalmannschaft.
Karl Richter (1926–1981), Dirigent, Organist und Chorleiter.
Hansjürgen Knoche (* 1930), Theologe.
Bernd Jentzsch (* 1940), Schriftsteller.
Dorit Gäbler (* 1943), Schauspielerin, Tänzerin und Chansonnière.
Angelika Bahmann (* 1952), Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Kanuslalom.
Utz Rachowski (* 1954), Schriftsteller.
Kornelia Grummt-Ender (* 1958), Vierfache Olympiasiegerin im Schwimmen.
Axel Reitel (* 1961), Schriftsteller und Liedkomponist.
Matthias Freihof (* 1961), Schauspieler.
Olaf Schubert (* 1967), Kabarettist und Musiker.
Christian Bahmann (* 1981), Weltmeister im Kanuslalom.
Stefan König (* 1985), Schauspieler.

Ehrenbürger.
Die Stadt Plauen hat seit 1845 29 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Außerdem waren 1933 Adolf Hitler und Martin Mutschmann zu Ehrenbürgern ernannt worden. Diese Ehrungen wurden nach 1945 wieder aberkannt.

Quelle: www.wikipedia.org

Ortskarte

Ereignisreferenzen

  1. Wikipedia.org
      • Datum: 2.12.2011

Referenzen

  1. Johannes, Albert II
  2. Wunderlich, Martha Berta Alma