Bremetleiten (Premich) [97705]

Breitengrad 50° 16′ N
Längengrad 9° 59′ O
Ort Burkardroth
Kreis Bad Kissingen
Bundesland/ Provinz Bayern
Postleitzahl 97705
Land BRD
Telefon 09734
 
Alternative Ortsangaben
Ort Bramich (Ginsterhang?)
 
Ort Bremenleiden
 
Ort (Bremetleiten (Premich)) [97705]
 

Erzählend

Ort - Bremetleiten (Premich) [97705]

Um 1500 setzte eine starke Bevölkerungszunahme in den Salzforstrandgebieten ein, und die Forstmeister von Rotenkolben waren bemüht, ihre Einkünfte zu mehren. Die Rodungstätigkeit nahm derartige Ausmaße an, dass einer der Fürstbischöfe erklärte, denen von Rotenkolben sei ein Forstamt, aber kein »Rodt-Ampt« verliehen worden, und 1581 verloren sie das erbliche Forstamt. Während dieser Siedlungsphase im Salzforste entstanden Oberriedenberg (um 1500), Schmalwasser (1506), Premich (1518) und Wildflecken. Im Jahre 1537 beschwerte sich Valentin von Münster, der Amtmann von Aschach, in Würzburg über den Forstmeister Silvester, Amtmann zu Neustadt, weil er für Oberbach und Aschenbrunn die Rodungserlaubnis gegeben hatte. Die Besiedlung von Aschenbrunn wurde eingestellt. 1545 verfügte Bischof Melchior Zobel von Guttenberg, »dass die neuen Siedlungen zur Vermeidung ferneren Schadens zu räumen seien«.

Es folgten Bittschriften und Beschwerden, und der Bischof nahm seinen Erlass zurück. 1547 huldigten ihm die Bewohner von Brementleiden, Schmalwasser, Riedenberg und Struth (wo nur noch 1 Familie wohnte) in Aschach. Dieser dritten Siedlungswelle folgte eine vierte. Im Jahre 1691 wurde das Kloster am Kreuzberg gegründet, und im gleichen Jahre
kauften Bauern aus Burkardroth die Felder des Klosters Frauenroda. Das Dorf Frauenroth entstand. Waldberg wurde am 6.9.1683 gegründet.

Der Amtmann von Aschach berichtete seinerzeit nach Würzburg: »An der von Brementleiden nach dem Kreuzberg hinziehenden Straße liegt eine Ebene mit feinstem schwarzem Sand. Auch ist Gelegenheit für Wiesen und Hutweiden vorhanden. Am Wasser fehlt es nicht, da der Kellersbach und die »dürre Wollbach« da selbst fließen. Da sich in der Nähe des in Aussicht genommenen Platzes noch ein großes Gehölz und eine Wüstung (!) befinden, so ist Gelegenheit zur späteren Entwicklung des Dorfes gegeben « Der Bischof gab 50 Morgen Feld und das nötige Holz frei. Das Güterbuch von Sandberg fertigte 1696 der Premicher Lehrer Hans Adam Seyffert an. So wurde bei der Gründung Waldbergs ein bis jetzt namentlich unbekannter alter Siedlungsstandort wieder aktiviert. Es folgten Langenleiten (1686), Sandberg (1691) und Oehrberg (1693). Premich wies 1537 vier Haushalte auf, 1574 waren es 84 (386 Einwohner), 1623 waren es 90 (420 Einwohner), aber 1674 nur 67, wobei für das Absinken der Bevölkerungsziffer auch die Ereignisse des 30jährigen Krieges mitverantwortlich gemacht werden können. 1748 hatte Premich wieder 90 Haushalte, aber die Entwicklung stagnierte, da neue Rodungsflächen nicht mehr freigegeben werden konnten. Kirchlich wurde Premich zunächst von der Pfarrei Steinach unter Amtshilfe des Klosters am Kreuzberg betreut. 1687 stiftete Kaspar Schmitt den Grundstock zur Finanzierung des Kirchenbaus, die Grundsteinlegung erfolgte bereits 1686 in Anwesenheit des Abtes Robert von Bildhausen und des Pfarrers Jörg Ulrich. 1692 war der Bau vollendet. Zusammen mit der Kirche wurden das Pfarrhaus, das Schulhaus und die Friedhofsmauer eingeweiht. Gefäll schied aus dem Pfarrverband Burkardroth aus und wurde Premich angeschlossen. Zum Kirchenbau stifteten die Filialen: Gefäll 140, Waldberg 40, Langenleiten 50 und Sandberg 42 Gulden. Nach der ersten Rodung wurden 1656 nochmals »100 acker Junger Schlag« für die Premicher freigegeben, »so sie außreuthen wollen«. 1704 kam es jedoch bereits zum Wasserstreit um die 7 Quellen der Premicher zwischen Langenleiten und Premich und 1754 zu Streitigkeiten um die Viehweiden zwischen Premich und Gefäll. 1739 wurde von den Geschworenen von Premich, Waldberg, Gefäll, Sandberg und Langenleiten eine neue »Schatzung« vorgenommen. Der wirtschaftlichen Expansion dieser Dörfer waren jedoch Grenzen gesetzt. Die Pfarrkirche St. Laurentius in Premich brannte 1847 nieder und wurde neu aufgebaut. Die Einrichtung der Kirche ist neugotisch, ausgenommen eine Plastik (St. Joseph) an der Chorschlußseite, das Altarbild des Hl. Laurentius und einige Putten aus der Zeit um 1700. Premich zählte 1939 920 Einwohner und 192 Haushaltungen. Er wird 1978 in den Markt Burkardroth eingegliedert.

Quelle: "Führer durch die Kissinger Rhön" von Josef Wabra

Ortsgeschichte von Premich
um 1520 Köhler lassen sich nieder, etwa 3-4 Häuser Bremetleiten oder Bramich (Ginsterhang?).
1574 Schon 84 Haushalte; die ersten Leute ziehen nach Steinberg.
1611 Die Pest wütet .
1646 Premetleiten hat einen eigenen Lehrer.
1682 Einwohner von Bremetleiten gründen Waldberg.
1686 Grundsteinlegung für die Kirche.
1692 Einweihung der Kirche (und des Klosters Kreuzberg).
1847 Die Kirche brennt, dazu die Schule und viele Häuser große Hungersnot.
1914 - 1918 1. Weltkrieg: 26 Premicher fallen im Krieg.
1925 Erstes elektrisches Licht in Premich.
1936 Fließend Wasser durch die "Rhön-Maintal-Gesellschaft".
1939 - 1945 2. Weltkrieg: 230 Premicher kämpfen in Afrika, Rußland, Frankreich und Finnland. 82 Premicher sterben.
1945 / 6. April Amerikaner nehmen Premich ein.
1956 Der Kindergarten wird eröffnet.
1957 Der Sportplatz wird eingeweiht.
1965 Das Feuerwehrgerätehaus wird gebaut.
1968 / 27. April Erster Schultag in der Schule von Steinberg.
1972 Der Markt Burkardroth wird gegründet; 1. Bürgermeister.: L. Moritz.
1978 Premich wird Ortsteil vom Markt Burkardroth.

Ortskarte

Ereignisreferenzen

  1. Wikipedia.org
      • Datum: 26.11.2011

Referenzen

  1. Döpfner, Caspar
  2. Döpfner, Georg (Jörg)
  3. Döpfner, Stephan (Steffan)
  4. Kleinhenz (Kleinheintz), Agnes
  5. Kleinhenz (Kleinheintz), Hans
  6. Moldner (Mültner), Gertraud
  7. N. N., Anonyma
  8. Winzhemer, Barbara